Spielbarer Paladin-Kodex (oder ein kleiner Leitfaden für Paladine)

In den letzten Jahren wurde von einigen Freunden hin und wieder angemerkt, dass Paladine mit ihrem Kodex unspielbar seien. Ich stieß dann auf auf diesen Paladinleitfaden in einem Forum: http://www.giantitp.com/forums/showthread.php?34312-Lessons-for-paladins-rules-discussion-disguised-as-prose

Basierend auf diesem Leitfaden habe ich mir einen Paladinleitfaden/Kodex erstellt, den ich in Zukunft Spielern in die Hand gebe, die dazu neigen könnten unpaladinartig zu spielen und evtl. frustriert sind, wenn der Spielleiter ihnen die Paladinkräfte entzieht. Die Idee ist, dass sie sich auch daran orientieren können und sich ggf. ihren eigenen Kodex stricken.

Einige Textstellen sind mehr oder weniger direkte Übersetzungen aus dem Englischen andere sind etwas klarer formuliert, damit diese eher meinen persönlichen Geschmack treffen.

======================================================

Willkommen!
Heute ist der erste Tag in eurem neuen Leben als Paladin. Wie ich sehe tragt ihr eure Rüstung und eure Waffen, legt diese beiseite, ihr braucht diese heute nicht! Heute erfahrt ihr etwas über das Leben als Paladin. Ihr erfahrt etwas über Ehre, Gerechtigkeit, Gnade und Pflicht und über den all dies umfassenden Kodex, dem ihr euer Leben gewidmet habt.

Über die Demut, die sich einem Paladin gehört
(Spiel keinen Trottel)

Ihr seid hier, weil ihr von Gott auserwählt wurdet. Aber dass keiner von Euch dem falschen Stolz anheimfällt: Denkt daran, ihr seid von Gott auserwählt, ihm in einer bestimmte Weise zu dienen, mit den Gaben die euch gegeben wurden. Der Herrscher, der Gelehrte oder selbst der Bauer der mit seiner Arbeit Gott zu ehren versucht, ist auserwählt und mit Gaben gesegnet, so wie ihr es seid. Manche denken vielleicht, dass ihr über allen anderen steht, eben weil sie berufen wurden, aber so läuft man Gefahr nur umso tiefer zu fallen. Bedenkt dies und seid demütig!

Über die Wahrheit, die der Kodex eines Paladins offenbart (Versau dir nicht mit dem Kodex deinen Charakter oder dein Spiel)
Da wir auserwählt und berufen sind, müssen wir nach unserem Kodex leben. Im Kern ist der Kodex einfach zu verstehen: Tu nichts Böses; respektiere die Obrigkeit, handle ehrenhaft, hilf den Bedürftigen, bestrafe diejenigen, die böses tun. Aber ihr seid nicht hier, nur weil ihr Regeln befolgen könnt. Der Kodex ist mehr als nur eine Ansammlung von Regeln.

Der Kodex gibt lediglich in Worten und Taten eine viel größere Wahrheit wieder. Es ist die Missachtung dieser Wahrheit, nicht eine Verletzung der Regeln, die euch von Gott wegführt, solltet ihr den Kodex verletzten.
Die Wahrheit eines rechtschaffenen Lebens ist allumfassend, aber ist in seinem Kern unmöglich zu beschreiben. Es ist auch so, je mehr wir versuchen diese Wahrheit zu beschreiben und in Worte zu fassen, umso weiter entfernen wir uns von dem eigentlichen Kern eines solchen Lebens.
Doch weil wir nur Sterbliche sind, muss jeder von uns versuchen diese Wahrheit sich selbst begreiflich zu machen, damit es uns möglich ist ein rechtschaffenes Leben zu führen. Damit kann es sein, dass der Kodex für mich etwas anderes bedeuten kann als für jeden von euch. Dies darf aber nicht zu einem Verwässern der Werte nach Lust und Laune führen, so wie viele Predigten davor warnen. Wir müssen unseren eigenen Weg der Rechtschaffenheit zu Gott finden, nicht unseren weltlichen Bedürfnissen und Gelüsten folgen.
Ich rate jedem von euch aufrichtig über eure Auffassung des Kodex mit einem Mentor zu diskutieren, bevor ihr eure Pflichten als Paladin wahrnehmt. Auf diese Weise entgeht ihr einerseits den Problemen Unklarheiten und Zweifeln, andererseits der Versuchung des Eigensinns und des darauf folgenden unrechtschaffenden Handelns.
Trotz all dem was ich gesagt habe, lasst mich versuchen klarzustellen was es bedeutet sich rechtschaffen zu verhalten, wie es sich für einen Paladin gehört – und wenn Gott es will, wird euch der Weg gezeigt werden.

Ihr habt zweifellos auch die Geschichten über einen noblen Tod im Namen des Kodex gehört. Vergesst das mal ganz schnell. Ich will euch dazu ermuntern, nein aufrichtig ermutigen, dass ihr nach dem Kodex lebt. Wenn ihr dies tut, werdet ihr sterben wenn eure Zeit gekommen ist. Sucht aber keinesfalls den Tod nur um eures eigenen Ruhmes willen. Es ist viel wichtiger zu wissen wie man mit jedem Atemzug nach dem Kodex lebt, ganz besonders für Taten die weder Ruhm noch die Gefahr des Todes mit sich bringen. Diejenigen, die nur wissen wir man nach dem Kodex stirbt, sind zwar Standhaft auf dem Schlachtfeld, aber verfallen schnell den subtileren Verführungen des Bösen.

Über ehrenhaften Kampf
(Fordere nicht jeden Deppen zu einem Duell heraus)
Lasst uns nun über das Kämpfen sprechen, da wir in einer Welt von Gefahr und Krieg Streiter Gottes sind. Ihr habt sicherlich davon gehört einem Gegner einen fairen Kampf zu gewähren? Zuerst die Aufforderung, dann macht man sich bereit und Gott entscheidet? Prinzipiell ist das richtig, aber zu allererst gilt das für Duelle.
Handelt es sich nicht um ein Duell, so ist die Sache etwas schwieriger. Versucht in solchen Situation im Geiste des Kodex zu handeln und denkt daran: Tut nichts Böses, der Zweck heiligt keinesfalls die Mittel.

Grundsätzlich gilt, der Gegner sollte wissen, weshalb ihr diesen bekämpfen oder angreifen wollt. Wenn ihr einer gegnerischen Fraktion den Krieg und die Gründe dafür erklärt habt, dürft ihr dann hinterhältige Angriffe gegen Mitglieder dieser Fraktion ausüben oder nicht? Nun das kommt darauf an …
Nur um einen schnellen Sieg zu erringen sicherlich nicht. Ein Duell auszufechten um eurer Ehre willen und dabei das Leben eurer Kameraden oder das Leben unschuldiger und wehrloser Menschen zu opfern – sicherlich nicht. Seid vorsichtig, dies sind die Entscheidungen die euch wahrlich prüfen, ob ihr würdig seid und einige mögen hier scheitern. Ich wiederhole noch einmal: Entscheider im Lichte dessen, dass ihr nichts Böses tun sollt.

Aber wahrscheinlich verbringt ihr mehr Zeit damit für Recht und Gesetz zu sorgen, als auf einem Schlachtfeld. Auch hier müsst ihr nicht mit jedem Gesetzesbrecher ein Duell ausfechten. Bringt diese Leute zu Strecke, teilt ihnen mit welchen Verbrechen sie beschuldigt werden. Wendet angemessen Gewalt an, um diese Personen dingfest zu machen. Das bedeutet nicht, dass ihr einen kleinen Dieb zu Tode prügelt. Genauso wenig ist es ehrenhaft einen gesuchten Mörder beim Verlieren eines Duells davonziehen zu lassen. Macht die Beschuldigten oder Verbrecher dingfest und übergebt diese den entsprechenden Stellen, die sie richten.

Wenn Gerechtigkeit durch einen Kampf gesprochen werden soll, tut dies weil ein neutrales Gericht euch dazu aufgefordert hat. Wenn ihr bei einer Aufforderung zu einem Duell herausposaunt, dass Gott euch siegreich aus einem Duell hervorgehen lassen wird – ist das nicht zu Ehren von Gott, sondern nur um euer Bedürfnis nach Ruhm zu befriedigen. Hier ist euer Urteilsvermögen vernebelt und ihr handelt dann sicherlich nicht im Namen Gottes.

Über Gerechtigkeit und Gnade
(Sei Rechtschaffen UND Gut!)
So genug über Kämpfen und Gewalt gesprochen. Lasst uns über Gerechtigkeit sprechen und darüber, dass Gerechtigkeit für sich alleine ist unpräzise ist. Ein Paladin ist ein Streiter der Rechtschaffenheit. Rechtschaffenheit bedeutet Gerechtigkeit im Einklang mit Gnade. Mit anderen Worten, das Gesetzt wird durch Liebe und Güte austariert. Meditiert hierüber, da dies von vielen vergessen wird.

Dies ist eine der schwierigsten Abwägungen die ein Paladin treffen muss. Da einerseits diejenigen die Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit anwenden euch sagen werden, dass euer Gesetz unvollkommen ist durch eure Gnade und Zurückhaltung. Und andererseits diejenigen, welche die Liebe über alles stellen euch sagen werden, eure guten Taten werden durch eure Regeln und Prinzipien behindert.

Dabei gibt es zwei Fehler, die gerne gemacht werden.
Der erste Fehler wäre es zu leugnen, dass das Gesetz unvollkommen ist. Es ist nur ein unvollkommener Ausdruck der Wahrheit der Rechtschaffenheit. Ein Gesetz ohne Liebe dient nur sich selbst und keinem anderen Zweck und ist damit nutzlos. Gesetz und Liebe dienen zusammen besser demjenigen dem Gerechtigkeit wiederfährt und demjenigen der Gerechtigkeit bringt.

Der zweite Fehler wäre es zu glauben, dass Liebe wehrlos ist. Es ist unsere Aufgabe gegen all das Böse in der Welt zu kämpfen und als Paladine dürfen wir unsere Wachsamkeit niemals ruhen lassen. Hierfür folgen wir unserem göttlichen Auftrag und unseren Prinzipien.
ABER wir sind dennoch nicht perfekt. Um die Güte der Liebe in unseren Herzen zu bewahren, müssen wir Rechtschaffenheit mit Bedacht anwenden. Die Liebe soll nicht gemindert werden, sie soll vervollkommnet werden und nicht in ein hässliches Zerrbild von Liebe verwandelt werden. Ein solches Zerrbild der Liebe zerstört alles wenn ihr mit eurem Herzen ein Ziel verfolgt und am Ende zerstört das Ziel selbst.

Sucht immer nach dem Weg, der das Gute und das Gesetz berücksichtigt. Aber der ideale Weg ist schmaler Grad und schwer zu finden. Falls ihr irgendwo zwischen all dem verlogen glaubt und eine Entscheidung treffen müsst, denkt daran: Tut als Paladin nichts Böses.
Über den Versuchungen des Bösen zu widerstehen (Warum wir nicht suchen und zerstören)
Eine unserer obersten Pflichten ist es dem Bösen aktiv Einhalt zu gebieten. Ihr werdet lernen die Gegenwart des Bösen zu fühlen. In der Tat ist es ein Teil der Ausbildung die Aura des Bösen mit eurer übernatürlichen Wahrnehmung zu erkennen.

Folgendes soll euer erster Hinweis über die Grenzen dieser Kraft sein: Es ist äußerst schwierig böse Personen freiwillig dazu zu bekommen innerhalb unserer Mauern geprüft zu werden. Aus diesem Grunde nutzen wir Magie um euch unterschiedliche Auren während eurer Ausbildung zu zeigen. Lernt aus meinen Worten, dass der Anschein von etwas Bösen kein ausreichender Grund für die Anwendung von Gewalt ist. Auch der Anschein, dass nichts Böses zu finden ist, ist kein Grund zur Nachlässigkeit.
Auch ist der Makel des Bösen von Jemandens Seele noch kein Verbrechen. Wir bestrafen Taten, nicht Seelen, Seelen versuchen wir zu retten. Das böse kann weltlich sein, es kann auch – und seid nicht selbstgefällig – hinter unseren unmittelbaren Belangen verborgen sein. Ein boshafter Misanthrop, der heimtückische Lügen über seine Nachbarn verbreitet ist eine bösartige Person und ihr werden das Böse in ihm erkennen, jedoch ist Misanthropie kein Verbrechen – nicht in unserer Region und zu keinen Zeitpunkt – und damit auch kein ausreichender Grund mehr gegen diese Person zu tun als diese verbal abzustrafen. Bedenkt aber, selbst wenn ihr dies tut, wird euch das kaum etwas bringen. Solange ihr keine
Beweise für ungesühnte böse Taten findet, lasst die Sache um euretwillen ruhen.

Nehmt aus dieser Lektion folgendes mit: Eure Kenntnis über die Gegenwart von Bösen soll eine Warnung sein und kein verurteilender Beweis. Nutzt diese Kenntnis wie ihr auch eure anderen Sinne verwendet, setzt sie als Fundament ein für euren gesunden Menschenverstand ein und bildet euch eine Meinung.

Über die Befolgung der Landesgesetze
(Nein, man verstößt nicht gegen den Kodex , nur weil man einen Hut in einer unerlaubten Farbe bei der Durchreise durch die Baronie Frivolia trägt)

Unser Kampf richtet sich nicht nur gegen das Böse alleine und ihr scheitert bei euren Auftrag, wenn ihr unfähig seid das Gesetz aufrecht zu erhalten.
Bedeutet das, dass ihr versuchen müsst jedes Pünktchen und Unklarheit eines Gesetzes eines Landes in dem ihr euch befindet zu befolgen?
Nein – aber ihr solltet danach streben dies zu tun.

Der Kodex ist das Herz unseres Gesetzes. Der Kodex selbst ist aber eine unvollkommene Repräsentation der allumfassenden Rechtschaffenheit. Wie viel unvollkommener müssen dann die Gesetze eines Landes sein, die von Narren oder Tyrannen verfasst wurden? Sucht nach dem Herzen der Gerechtigkeit, auf dem die Gesetze errichtet wurden. Und wenn das niedergeschriebene Wort unvereinbar mit einer gerechten Herrschaft ist, so ist es wahrhaft nicht länger ein Gesetz.
Nichts desto trotz sind wir dazu aufgerufen die Obrigkeit und ihre Gesetze zu respektieren. Allerdings nicht blind – das heißt solche Gesetzt sind nur so lange zu befolgen bis Ungerechtigkeiten dieser Gesetze es uns unmöglich machen diesen mit gutem Gewissen zu folgen.
Warum sollt ihr so lange warten?

Wenn ihr diese Gesetze vor den Augen anderer missachtet, selbst wenn diese Missachtung vor Gott gerechtfertigt ist, werden andere die euch und eure Prinzipien nicht kennen durch eure Taten auf Abwege geführt. Um derentwillen, respektiert deren Gesetze und haltet euch an ihre Traditionen.

Nun zu einem Punkt, der mir wichtig ist: Verwendung von Gift – tut es nicht. Aber es gibt Extremsituationen. Verwendet es also nur wenn es unabdingbar ist! Prinzipien sterben keinen schnellen Tod, sondern immer nur Stück für Stück. Wenn ihr durch eine Giftanwendung nur euer persönliches Ziel schnell erreicht oder einen einfach Weg ohne mühen wählt – ist es keine Extremsituation.

Wenn ihr aber Unschuldige schützen könnt, die anderweitig nicht zu schützen sind, geht in euch und meditiert darüber. UND wenn ihr schweren Herzens den unehrenhaften Weg der Giftanwendung wählt, weil es wirklich keine andere Möglichkeit gibt tut es. Denn bedenkt nur um euren persönlichen Stolz zu wahren, dürfen unschuldige hilfsbedürftige Menschen nicht geopfert werden.

Und nun zum Verbergen der Wahrheit oder schlicht Lügen: Dies kann leider ein notwendiges Übel sein, um Schaden von anderen abzuwenden. Auch findet sich über das Halten an die Wahrheit in dem meisten Kodizes von Paladinen etwas, eben weil Unwahrheiten häufig zu noch größeren Gefahren führen, die man versucht hat zu vermeiden.
In Situation in denen es schwierig ist die richtige Entscheidung zwischen Täuschung und euren Feinden einen Vorteil zu verschaffen, denkt daran: Tut nichts Böses.
So das war es für heute meditiert darüber und ich werde beten, dass ihr ein Fünkchen Weisheit in diesen Worten findet.

Symbaroum – Ersteindruck

Kurz vor Weihnachten ist das Druckexemplar von Symbaroum bei mir eingetrudelt. Da ich eine Minikamapgne leiten möchte, habe ich mir über die Feiertage das Regelwerk durchgelesen und auch gleich mehrere Charaktere erstellt. Zeit ein erstes Fazit über das Spiel zu ziehen.

Setting:

Kompaktes regionales Setting. Ich würde es so formulieren: Das Land einer Hochkultur ist durch einen Krieg gegen den Dunklen Fürsten versehrt, sodass die Hochkultur in eine Region mit Barbarenklans übersiedelte und dort ihr Imperium neu aufbauen möchte.

Oder weniger Abstrakt: Das römische Reich ist untergegangen und es wird versucht bei den Germanen das Imperium wieder aufzubauen.

Dann gibt es noch das Thema Verderbtheit (Corruption). Da eine unkontrollierte Nutzung von Magie/Artefakten in der Welt einen Charakter/Wesen in ein Monster verwandelt.

Spielmechanik:

Die Spielmechanik wird mittels eines W20 umgesetzt. Andere Wx dienen zur Schadensermittlung oder Schadensabsorption. Der Spieler würfelt gegen sein Attribut (je höher das Attribut, umso besser), das er unterwürfeln muss. Der Wurf kann durch den Spielleiter oder im Falle eines Widerstreits mit einem anderen Charakter durch einen attributsabhängigen Modifikator modifiziert werden.

Eine Besonderheit der Spielmechanik ist, dass immer nur der Spieler würfelt. Der Spielleiter legt nur die Modifikatoren fest.

Zwei Beispiele:
1: Ein Spielercharakter greift einen NSC an. Der Angriff wird über das Attribut Accurate abgewickelt und durch den Verteidigungswert des NSC modifiziert. Hat der Spielercharakter Accurate auf 13 und der NSC einen Verteidigungswert 12 so sieht der Spielleiter auf der Tabelle auf Seite 101 nach, welcher Modifikator sich aus einem Verteidigungswert 12 ergibt. Man kann es sich auch ausrechnen indem man 10 – Attributswert rechnet. Hier bedeutet dies nun, dass der Accuratewert nun um 2 verringert wird. Der Spielercharakter würfelt nun einen W20 und sollte 11 oder niedriger würfeln.

2: Ein Spielercharakter wird von einem NSC angegriffen. Der NSC hat einen Accuratewert von 9 ( Modifikator +1). Hat der Spielercharakter einen Verteidigungswert von 8 würde dieser mit +1 verbessert werden und somit ist der Zielwert 9 oder weniger, der mit einem W20-Wurf durch den Spieler erreicht werden muss, um nicht getroffen zu werden.

Auch der Schaden den NSC verursachen ist statisch festgelegt und entspricht maximal verursachbarer Schaden/2. Spielercharaktere würfeln aber den Schaden aus.

Das bedeutet, dass das Spiel nicht für Runden geeignet ist, in denen der SL verdeckt würfelt und ggf. mal ein Auge zudrückt, um einen Charakter eine Probe schaffen zu lassen.

Charaktererschaffung/Entwicklung:

Die Welt von Symbaroum ist tödlich und das spiegelt sich in der Spielmechanik, der Charaktererschaffung und Charakterentwicklung wieder. Charaktere lassen sich sehr schnell bauen. Man hat die Möglichkeit zwischen einer Punkteverteilung, der Verteilung eines vorgefertigten Wertesets auf die Attribute oder einem optionalen Mechanismus um Attribute auszuwürfeln zu wählen.

Danach wählt man den Archetyp Kämpfer, Magienutzer oder Rogue (was ich hier eher als Einzelgänger übersetzen würde). Aus dem jeweiligen Archetyp wählt man dann, die konkrete „Klasse“ z. B. Ritter beim Kämpfer oder Hexe beim Magienutzer.

Im nächsten Schritt wird die Rasse gewählt (Mensch – Ambrian, Mensch – Barbar, Wechselbalg, Oger, Goblin)

Danach sucht man sich seine Fähigkeiten und/oder mystischen Kräfte raus. Wobei man entweder zwei Fähigkeiten/mystischen Kräfte auf Novice und eine auf Adeptennivau lernt oder fünf Fähigkeiten/mystischen Kräfte auf Novicenivau.

Was auch noch zu erwähnen ist, dass man als Magienutzer anfangs nicht wirklich viel kann, da man zusätzlich zur Zauberfähigkeit auch noch in eine Magieschule investieren muss, um nicht gleich in der ersten Spielsitzung seine maximal verkraftbare Verderbtheit zu überschreiten. Allerdings darf ein Magienutzer auch eine Rüstung tragen – gibt halt ggf. Abzüge auf die Zauberwürfe.

Für erspielte EP können dann neue Fähigkeiten/mystische Kräfte gekauft werden. Allerdings können die Attribute maximal um den Wert 3 gesteigert werden (durch eine bestimmte Fähigkeit). Da die Lebenspunkte sich von einem bestimmten Attribut ableiten bedeutet dies, dass man die Lebenspunkte nur sehr sehr begrenzt steigern kann. Allerdings kann die Überlebenschance des Charakters durch das Steigern anderer Fähigkeiten auch verbessert werden (z. B. Verbesserung des Verteidigungswertes).

Fazit:

Mir gefällt Symbaroum sehr gut. Die Tödlichkeit des Systems und die Verderbtheit/Corruption sprechen mich da besonders an. Auch die visuelle Darstellung ist sehr gelungen und aus einem Guss. Auf den in etwa 260 Seiten findet man alles, was man zum Spielen und Spielleiten braucht. Allerdings sind die Regeln etwas verstreut, sodass man zumindest als SL einige Charaktere selber bauen sollte und auch das Buch zumindest einmal vollständig durchlesen sollte.

 

Degenesis: In Thy Blood

Vorweg muss ich sagen, dass ich von Anfang an ein Fan von Degenesis war. Aber, obwohl ich ein Fan war, hab ich Degenesis 1.0 auch gehasst. Warum? Die Regeln waren einfach schrecklich, einige Kulte/Regionen so oberflächlich beschrieben, dass man zwar als Spieler voll Bock hatte da was zu spielen, aber als SL man nur zwei Möglichkeiten hatte:

1. diese Optionen für Spieler nicht zuzulassen

2. mit einem riesigen Aufwand diese Lücken selbst zu füllen, wobei eine Veröffentlichung eines weiteren Rollenspielproduktes diese Arbeit obsolet gemacht hätte.

Also lief es bei mir drauf hinaus, dass ich Option a) wählte. Dann gab es diesen mysteriösen Metaplot … der aus Spielersicht sehr interessant war, aber aus Spielleitersicht eine Katastrophe, da dieser nie enthüllt wurde … zumindest nicht offiziell und in Papierform. Es gab ja auch Regionen und Kulte, die gut ausgearbeitet waren und die machten trotz der unausgegorenen Spielmechanismen trotzdem Spaß zu spielen – gut aber ich schweife ab.

Degenesis 2.0 hat, zumindest für mich, diese Probleme alle erschlagen. Kulte/Regionen sind alle gut ausgearbeitet, die Spielmechanik funktioniert. Die Welt wirkt zwar nicht mehr ganz so dreckig durch die Vollfarbe, aber das ist wirklich jammern auf hohem Niveau.

Und nun wurde das erste Zusatzprodukt veröffentlicht: In Thy Blood

Visuell ist es wieder toll geworden – alles andere wäre eine Enttäuschung gewesen. Inhaltlich ist es im Kern ein „Krimiabenteuer“ – klingt für Endzeit erstmal nix so sexy. Aber ich kann sagen – es lohnt sich. Die Autoren haben das Thema genial in die Welt eingefügt. Die Stimmungstexte sind toll und die meisten auch spannend. Das Finale ist gut gelungen und der Spieler kriegt etwas geboten.

Der Plot ist chronologisch aufgebaut und erstreckt sich über mehrere Tage. An den einzelnen Tagen gibt es Ereignisse, die die Geschichte vorantreiben. Die einzelnen Ereignisse bieten den Spielern Möglichkeiten in den Plot einzugreifen. Auch werden teilweise Alternativen für Handlungen bzw. das Eingreifen der Spieler angeboten. Was für Einsteiger-SLs (obwohl Degensis kein Einsteigersystem ist) gut ist, bei Würfelproben wird nochmal kurz die Mechanik erläutert und welche Konsequenzen das Ergebnis hat bzw. es werden mehrere Qualitätsstufen eines Erfolgs mit deren Konsequenzen angegeben. Ich glaub ich hab so detailliert ausgearbeitete Würfelergebnisse noch nie gesehen – gebraucht hätte ich es nicht, aber für Leute, die selten oder noch gar keine Rollenspiele geleitet haben, ist das bestimmt eine große Hilfe.

So schön und gut ich auch In Thy Blood finde, es gibt auch ein paar Schattenseiten. Nachdem ich einer dieser ewig gestrigen Old-School Rollenspiel(leiter) bin, hätte ich mir noch sowas wie Ereigbis- oder Begegnungstabellen gewünscht, falls die Spieler dann doch mal zu anderen Zeitpunkten länger in der Natur unterwegs sind oder den vorgesehenen Plotstrang verlassen. Hier könnte ein unerfahrener Spielleiter unter Umständen dazu verleitet werden Spieler, die mittels ihrer Kreativität punktuell einen gänzlich anderen Weg einschlagen, per Eisenbahnschiene diese wieder auf den Ursprungsplot zurückzuleiten. Als SL und Ratschlag an andere SLs würde ich die vorgeschlagenen Ereignisse als eine Inspiration für meinen eigenen Plot sehen, der potentiell anders laufen kann (aber nicht muss).

Gut, hier kritisiere ich auf einem hohen Niveau. Wenn ich eine Schulnote vergeben müsste würde ich eine 2 vergeben. Für eine 1 hätte ich mir Begegnungstabellen bzw. Ereignistabellen gewünscht, um die Geschichte dynamischer gestalten zu können. So werde ich mir entsprechende Tabellen herleiten, wenn ich das Abenteuer leite.

Exalted 3e – Ersteindruck

Für die Backer gibt es seit gestern Exalted 3e als Download. Ich hab damals auch den Kickstarter unterstützt in der Hoffnung auf eine elegante schnelle Spielmechanik für cineastische Kämpfe. Mir gefiel zwar schon immer das Setting extrem gut, allerdings fand ich das Kampfsystem in der 1e schon relativ kompliziert. 2e machte es noch komplizierter. Also hoffte ich, dass 3e es besser machen wird, aber soviel sei schon gesagt, diese Hoffnung wurde enttäuscht. Nichts desto trotz möchte ich meinen subjektiven Ersteindruck mitteilen (es ist kein Review, da ich die guten 600 Seiten nicht in einem Tag lesen konnte).

Inhalt:
Das PDF hat über 600 Seiten in Farbe. Die PoD Fassung wird wahrscheinlich ähnliche Preise haben wie die Jubiläumsausgabe von Mage (ca. 100 USD).

Die Übersichtlichkeit hält sich in Grenzen. Gut ein PDF mit 600+ Seiten ist einfach nicht einsteigerfreundlich. Man im Gegensatz zum Grundbuch zur 1e oder 2e mehr Martial Arts und mehr Sorcery Charms hinzugefügt. Allerdings hat man die visuelle Darstellung der Charm-Trees weggelassen, was der Übersichtlichkeit wirklich nicht gut tut.

Bei den Flufftexten hat man sich auf Text zurückbesonnen und das mit dem Comics sein lassen. Die Comics fand ich in 2e nervig. Wenn man nicht die Flufftexte aus der 1e kannte, konnte man mit den Comics nicht viel anfangen.

Es werden auch noch neue Exaltedtypen erwähnt. Allerdings hätte ich die nicht gebraucht, da das Setting eigentlich eh schon relativ voll ist. Aber jetzt haben wir Frankenstein-Exaltierte, Individualexaltierte von allen möglichen Göttern und Anti-Sidereals. Spielbar sind die mit den Grundbuch nicht – sprich wir können wohl mit einigen Erweiterungsbänden rechnen.

Spielmechanik
An sich finde ich das Konzept von dem Momentum interessant. Im Prinzip manipuliert man damit die Initiativereihenfolge. Aber die Kämpfe werden damit recht komplex und man sollte sich das nur für „Bosskämpfe“ aufheben. Dann haben aber – wie meine Spieler in 2e – die Spieler das Problem, dass sie das Kampfsystem überfordert. Neben Charms gibt’s auch noch Kampfmanöver, die sich auf das Momentum auswirken. Also ich seh mich schon am Durchdrehen (besonders nach einem langen Arbeitstag), wenn ich diese ganzen Verschiebungen bei der Spielerreihenfolge nachverfolgen muss. Ich werde es aber mal probespielleiten. Ich hoffe es kommen dann noch Quickstartregeln, die ich meinen Spielern in die Hand drücken kann. Wenn ich ihnen den Folianten gebe, kann ich sie bestimmt nicht für ein Probespiel begeistern.

Visuelles
Die Schrift ist gut lesbar. Das Artwork wird gerade heiß diskutiert. Das meiste ist zwischen mittelmäßig und gut, aber es gibt auch einige visuelle Katastrophen. Ich hoffe die werden noch zum finalen Release korrigiert. Zudem scheinen wohl einige Leute zu behaupten, dass einige wenige Elemente des Artworks geklaut wurden. Wen hierzu Einzelheiten interessieren (schlechtes Artwork und raubkopiertes Artwork) sollte mal diesen Thread lesen: http://forum.rpg.net/showthread.php?768604-Exalted-3e-Laugh-at-bad-%28and-illegal%29-art-from-the-Exalted-pdf

Fazit des Ersteindrucks:
Als Non-Backer fände ich 3e schon in Ordnung. Als Backer bin ich aber enttäuscht. Der Kickstarter hat über 600k USD eingebracht und es gab ja echt krasse Verzögerungen (ich glaube 2,5 Jahre!?), dafür hat das Artwork hat einfach zu viele schlechte Ausreißer. Wenn ich das mit Degenesis 2.0 (ok kein Kickstarter) oder mit Fate of the Norns vergleiche, ist das visuelle Ergebnis unbefriedigend. Evtl. werden auch noch die Grafiken bis zum finalen Release ausgetauscht. Aber auch die Spielmechanik ist nicht das, was ich mir erhofft hatte. Eventuell täuscht der Eindruck über die Mechanik. Sobald ich es mal getestet habe, werde ich einen Erfahrungsbericht schreiben.

Zusammenfassung (Subjektive Sicht):
Viel Inhalt (+)
600+ Seiten in Farbe (+)
Fluff in Textform (+)
Neue Exalted (-)
Teure PoD (-)
Komplexe Spielmechanik (-)
Enttäuschendes Artwork (-)

Wenn ich eine Schulnote vergeben müsste, wäre es wohl eine 3-.

Online Serie über CoC RPG Runde

Name: Auf Würfels Schneide
http://www.gameswelt.tv/gamesweltlive/die-fantastischen-gameswelt-abenteuer,47192

Hier die erste Spielsitzung:
http://www.twitch.tv/gameswelt/v/14400914

Ich kann bei solchen Formaten zwar nicht länger als 10 Minuten zusehen (z. B. Titans Grave). Aber es gibt bestimmte Leute, die über eine bessere Aufmerksamkeitsspanne verfügen.

Ich habs jetzt mal „Online Serie“ genannt … gibts für solche Serien eigentlich nenn Fachausdruck …